Albrecht von Lewenstein

Albrecht von Lewenstein (auch Albrecht von Löwenstein-Schenkenberg (Löwenstein, Levenstein))

* um 1240, † 11. Juni 1304 

 

Er war der älteste, uneheliche, Sohn des römisch-deutschen Königs Rudolf von Habsburg* und vermutlich einer Ita (Ida) aus dem Geschlecht der Edlen von Schenkenberg. 

Albrecht von Lewenstein begleitete seinen 60-jährigen Vater auf dem Kriegszug gegen den etwa 46-jährigen Ottokar II. und half in der Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen am 26. August 1278 – auch als Schlacht auf dem Marchfeld bekannt – den Grundstein für die Dynastie der Habsburger im Bereich des heutigen Österreich zu legen. 

 

Die mütterlichen Vorfahren von Albrecht von Lewenstein waren wohl die Freiherren und Schenken von Schenkenberg mit Sitz auf den Burgen Schenkenberg in der Herrschaft Schenkenberg sowie der Burg Schenkenberg, nordöstlich der Gemeinde Epfendorf im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg. Sein Vater, Rudolf I. erwarb am 15. August 1281 die Grafschaft Löwenstein vom Bischof von Würzburg, Berthold von Sternberg und wandelte die Grafschaft in ein Reichslehen um. Er übergab sie dann mit dem Schloss bei Wolfsölden seinem unehelichen Sohn Albrecht. 

 

Zuerst nach einer im Aargau gelegenen Burg Herr von Schenkenberg genannt, wurde er, nachdem mit dem Grafen Gotfrid von Löwenstein der Mannesstamm des ältesten Löwensteiner Geschlechts, einer Calwer Seitenlinie, erloschen war, im Jahre 1282 und wiederholt im Jahre 1287 von seinem Vater mit der Grafschaft Löwenstein und dem Schloß Wolfsölden belehnt und so der Stifter der mittleren Linie der Grafen von Löwenstein, welche im Mannesstamme mit seinen Ururenkeln um 1464 erlosch. 

 

Daher nannte er sich ab 1283 Albrecht Graf von Löwenstein und nahm das Wappen der alten Grafen von Calw-Löwenstein an, den schreitenden Löwen auf einem Dreiberg.

 

Der ca. 44-jährige Albrecht heiratete 1284 die rund 25 Jahre jüngere Bolarderin Luckarda von Bolanden** und erwarb dadurch große Besitztümer am Rhein, wo er sich dann regelmäßig im Winter aufhielt. Unter anderem wohl auch das Lehen der Reichsburg Sterrenberg

 

Im selben Jahr 1284 baute er dann Burg Liebenstein als Trutzburg oder Ganerbenburg. 

 

Im Jahr 1288 wurde der Stadt Murrhardt (heute im Rems-Murr-Kreis, ca. 40 km nordöstlich von Stuttgart, im Herzen des Schwäbisch-Fränkischen Waldes) durch ihn, den Klostervogt Albrecht von Löwenstein-Schenkenberg, die Stadtrechte verliehen. Bereits um 1130 hatte das Kloster eigenes Münzrecht, hier wurden die so genannten Murrhardter Pfennige geprägt. Schon um 1200 hatte das Dorf Marktrechte erhalten.

 

Im Jahr 1291 erhielt er von seinem Vater auch die Burg Magenheim und die Stadt Bönnigheim. In einem Rechtsstreit, den Eberhard von Landau auf Grund von Erbansprüchen seiner Gemahlin wegen der Grafschaft Löwenstein gegen ihn führte, wurde von Adolf von Nassau zu seinen Gunsten entschieden. 

 

Am 11. Juni 1304 starb Albrecht Graf von Lewenstein im Alter von ca. 64 Jahren und wurde in der Klosterkirche des Klosters Murrhardt "vor unserer frouwen altare" bestattet. Dieses Datum ist im "Codex Lichtenthal 37" der Zisterzienserin Anna von Bolanden***, Schwester der Luckarda von Bolanden, schriftlich festgehalten. 

 

 

Albrecht von Lewenstein und Luckard von Bolanden hatte die Kinder:

 

Philipp von Löwenstein-Schenkenberg († vor 1310) 

verheiratet mit Adelheid von Weinsberg

 

Nikolaus von Löwenstein-Schenkenberg 

verheiratet mit Wiedburg von Wertheim;

Ihr Sohn war Albrecht II. von Löwenstein-Schenckenberg

 

Rudolf von Löwenstein-Schenkenberg († um 1318)

 

Luitgard von Löwenstein-Schenkenberg 

verheiratet mit (vor 1309) Ulrich von Asperg

 

Weitere Informationen auf unserer Webseite:

 

https://albrecht-von-lewenstein.jimdofree.com/

* Rudolf I. (geb. am 1. Mai 1218 in Sasbach, Baden-Württemberg (Deutschland); gestorben am 15. Juli 1291 in Speyer, Rheinland-Pfalz (Deutschland) im Alter von 73 Jahren, war als Rudolf IV. ab etwa 1240 Graf von Habsburg und von 1273 bis 1291 der erste römisch-deutsche König aus dem Geschlecht der Habsburger. Rudolf wurde neben dem staufischen König Philipp von Schwaben im Speyrer Dom bestattet. 

 

** Luckarda von Bolanden (auch Lukarde, Luitgard; Luitgart) geb. um ca. 1265, gestorben am 18. März 1324 im Alter von ca. 59 Jahren, Tochter des Philipp V. von Bolanden (1232, † 19. Januar 1276) und Luckarda von Hohenfels (1242, † 26. April 1286), war in zweiter Ehe, nach dem Tod von Albrecht von Lewenstein, mit Rudolf IV. von Baden verheiratet. 

 

*** Anna von Bolanden lebte als Zisterzienserin im Kloster Kirschgarten zu Worms, wo sie auch 1320 starb. Ihre Bedeutung ergibt sich hauptsächlich aus der Hinterlassenschaft eines ihr gehörenden wertvollen deutsch-lateinischen Psalters, aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts, der sich heute als "Codex Lichtenthal 37" in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe befindet. Dort sind handschriftlich, in einem vorgeschalteten Kalendarium, die Todesgedächtnisse ihrer folgenden Verwandten eingetragen:

 

Philipp von Bolanden, † 19. Januar 1276 (Vater)

Lukardis von Hohenfels, † 26. April 1286 (Mutter)

Johann von Bolanden, † 10. April 1288 (Bruder)

Kunigunde von Sponheim, † 20. Mai 1314 (Schwester)

Albrecht von Löwenstein, † 11. Juni 1304 (Schwager)

Philipp von Löwenstein; † 1. September ? (Neffe, Sohn des Vorgenannten)

Albert von Löwenstein; 2. November ? (verm. Neffe, Sohn des Vorgenannten)

Isengart von Hohenfels, † 15. Mai ? (Tante, Schwägerin der Mutter)

Isengart von Hohenfels, † 23. 2. ?, Nonne in Kirschgarten (Cousine, Tochter der Vorgenannten)

Guta von Bolanden, † 19. April ?, Nonne (Schwester des Vaters)

Agnes von Sponheim, † 22. Juli ?, Nonne

Elisabeth, † 30. Januar ?, Nonne in Limburg 

Weitere Informationen, auch über Führungen auf Burg Sterrenberg durch den Ritter "Albrecht von Lewenstein", auf der Webseite von Burg Sterrenberg unter:

 

www.burg-sterrenberg.com